Soloalbum

Suboptimale Single-Auskopplung

Es läuft nicht besonders gut für Ben. Sein unbeschwerter Gang durchs Leben als Luftikus und erfolgreicher Musikredakteur erleidet durch die Trennung seiner Freundin Katharina (Nora Tschirner) von ihm einen schmerzvollen Dämpfer. Von nun an taumelt der Schwerenöter zunächst in sein Bett (aus dem er erst nach Tagen des Dahinsiechens von der Feuerwehr mit Brechstange getrieben wird), dann durch die Redaktion und Frauenwelt – unkonzentriert, unmotiviert, der Körper da, der Geist woanders.
Sein Martyrium beschreibt den Versuch, Katharina zu vergessen und nach der Erkenntnis der Unmöglichkeit dieses Unterfangens, sie zurück zu gewinnen. Hier greift der Film, der frei nach Benjamin von Stuckrad-Barres gleichnamigem Roman inszeniert wurde, dessen Unfähigkeit zum Leben auf, indem jeder Hügel zum unüberwindbaren Dreitausender wird. Glück des Films ist, dass der egomanischen, narzisstischen Buchfigur die notwendige sympathischere Note verliehen wurde. So entstand aus einem Buch, dem man nichts abzugewinnen vermag, eine sehenswerte leichte Komödie, die mit der dem Genre eigenen Filmsprache aus einem zunächst leidigen Thema (Liebeskummer) etwas Komisches macht. Diese Sprache zeigt sich z. B. in der Überzeichnung und Stilisierung der Realität. Das alles gelang Gregor Schnitzler jedoch, ohne dabei Klamauk zu erzeugen, sondern was Aufgabe der Komödie ist, zu unterhalten.

Katharina hätte man sich frischer und spritziger gewünscht, doch je mehr Nora Tschirner mit ihrer geringen Präsenz auf der Leinwand untergeht, desto leuchtender erscheinen Bens liebenswert durchgeknallte Freunde Christian (Christian Näthe) und Alf (Oliver Wnuk). Sie ergänzen den ausgezeichnet besetzten Matthias Schweighöfer (Ben), der durch seine Mimik und linkisch-unbeholfene Art dem Film seinen Charme verleiht.

Soloalbum“ ist eine wortwitzige, junge und freche Komödie, die einfach nur Spaß macht.

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