Traumtänzer auf fragilem, kristallenem Klang

Mit „Allein, Allein“ landeten Polarkreis 18 einen Erfolgshit, der auch ihrem zweiten Album „The Colour Of Snow“ Beachtung schenkte. Während „The Colour Of Snow“ jedoch bereits dem Massengeschmack angepasst scheint, sind die Musiker in ihrem Debütalbum noch ganz bei sich selbst.

Polarkreis 18 lassen sich stilistisch schwer einordnen, auffallend ist die Mischung aus Pop, Indierock und dem sogenannten Synthie-Pop, der vornehmlich auf elektronische Instrumente zurückgreift – aber dann setzen bei Polarkreis 18 plötzlich und wie selbstverständlich die Streicher ein. Dabei entstehen meist nuancierte Klangfarben, traumtänzerisch und durch manche Violine märchenhaft („After All He Was Sad“). Sanfte Töne und die hauchende Stimme Felix Räubers lassen „Chiropody“ wie Schneeflocken schweben, die darauf bei „Somedays Sundays“ in ein optimistisches Tanzen übergehen, in der Sonne glitzernd und funkelnd. Ein Schneesturm fegt über den „Crystal Lake“ – gespenstisch und melancholisch.

„Polarkreis 18“ glänzt durch den Wechsel von ruhigen, melodischen, entspannten Momenten und kraftvollen, wütenden Ausbrüchen aus allzu viel Harmonie. „Look“ und „Ursa Major“ wirken wie eine Funkstörung, schnell und hektisch, nahezu panisch. Doch „Under This Big Moon“ bietet einen versöhnlichen Ausklang einer phantastischen Wanderung durch die Eiswüste.

Polarkreis 18 – „Dreamdancer“

Polarkreis 18 – „Chiropody“

Polarkreis 18 – „Somedays Sundays“

Polarkreis 18 – „Crystal Lake“

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